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Volkshaus Thum

Dezember 2017

Standortdaten

Bundesland / Bezirk:
Sachsen / Chemnitz
Landkreis:
Erzgebirgskreis » Karte
Höhe:
550-630m ü. NN
Fläche / Einwohner:
18,89 km² / 5.321 (30.06.2015)

Geokoordinaten:
Lon. 12.9512, Lat. 50.6705

Hotel Thierfelder - Volkshaus - Haus des Gastes

Das Gelände des Volkshauses und der Schulanlagen waren einst der "Niedere Anger" der Stadt, auf dessen Wiesen das Vieh geweidet wurde. Später befanden sich dort Gärten.

Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass die Familie Thierfelder ausgerechnet hier ihre Restauration erbaute, befanden sie sich doch in unmittelbarer Nähe des neugebauten Brauhauses der späteren Brauerei.

1852 währen einer Veranstaltung der Gesellschaft Concordia, brach in der Schankwirtschaft Thierfelder ein Feuer aus, das das Wohnhaus mit Keller und Schuppen, den angebauten Tanzsaal mit Wasserhaus, das Scheunengebäude mit der Spiritusanlage und das Gartenhaus in Schutt und Asche legte. Das Feuer war in der Scheune entstanden. Zum Glück war Windstille und die umliegenden Gebäude erlitten keinen wesentlichen Schaden. Nur 1/4 des stehenge- bliebenen Mauerwerkes war noch verwendungsfähig. Auf und mit den Überresten wurde das neue "Hotel und Restaurant Thierfelder", das spätere "Volkshaus" erbaut. Im Hotel Thierfelder wurden die Thumer Bürgermeister vereidigt.

Irgendwann haben die Thierfelders verkauft, denn aus einer Akte von 1901 geht hervor, dass der Besitzer des Hotels Thierfelder, Frauenheim, 2/3 der Kosten zur Bachüberdeckung selbst bestreiten musste, er hatte es am 08.01.1901 von einem Paul Krug gekauft.

Die Stadt Thum kaufte das Gebäude am 24.09.1919, um es zur Realschule umzubauen, was aber unterblieb. Anfangs muss aber zum Teil Unterricht dort stattge funden haben. Akten bezeugen, dass dabei auch einiges zu Bruch gegangen ist.

Frauenheim bewirtschaftete Hotel und Restaurant weiter. Über viele Jahre war das Haus erst allein, dann neben dem Elysium, kultureller Mittelpunkt, wurde für Vereinsversammlungen und -veranstaltungen, Theateraufführungen, Konzerte bis zu Auftritten von Zauberern, nicht nur von Laien genutzt. Ab 1935 war hier das Stammlokal des Dramatischen Verein.

Bald wechselten die Namen der Wirte, die alle verschuldet waren, häufiger. Aber auch die Stadt hatte in den 30er Jahren noch immer Schulden bei der Witwe Frauenheim. 1938 erhielt die Stadt ein Staatsdarlehen von 12 000 Mark, um den Schuldenteil an die Frau Eisold, verwitwete Frauenheim bezahlen zu können. Das Hotel Thierfelder erhielt im Oktober 1935 den Namen "Sachsenhof" und ab Juni 1940 den namen "Haus der NSDAP". Nun wurden die meisten Räume von der NSDAP genutzt und als "Ordensburgzimmer" bezeichnet. Nur die Restauration, "Stadtschänke" genannt, wurde von einem Pachtwirt weiter betrieben, 1941 wegen Einberufung des Wirtes eingestellt. 1944 wurde der Saal des Sachsenhofes als Zwangsarbeiterlager für die Firma Wieland Auerbach und als Behelfskrankenhaus genutzt.

Volkshaus 1957
Volkshaus 1998

Bereits 1945 erhielt das Gebäude den Namen "Volkshaus". 1946 wurde eine Volkshaus GmbH gegründet, deren 1. Pachtwirt Max Beutner war. Das Volkshaus war weiterhin der Austragungsort vieler kultureller Höhepunkte.